Am Wochenende acht Stunden auf dem Platz

Man mag es kaum glauben, aber Kayhan Özen verbringt derzeit am Wochenende mehr Stunden auf dem Sportplatz als in Vor-Corona-Zeiten. Der Coach des FC Viktoria bietet Training mit dem Ball für seine Mannschaft an. Nach den derzeitigen Corona-Vorgaben stehen allerdings nur jeweils zwei Spieler auf dem Platz. Insgesamt acht Stunden – vier am Samstag und vier am Sonntag – gibt Özen Anweisungen und beobachtet das Geschehen mit dem vorgegeben Abstand. Dann haben 16 Feldspieler zumindest eine jeweils einstündige Einheit absolviert. Co-Trainer Raimund Hitzel übernimmt das Torwarttraining. „Das machen wir, damit die Spieler das Gefühl am Ball nicht ganz verlieren und damit das Vereinsleben nicht komplett vergessen geht“, so Kayhan Özen. Die Spieler hätten mit den Füßen gescharrt und immer wieder gefragt, ob sie trainieren können. „Die Jungs möchten es, daher bieten wir es auch an“, meint Özen.

So also das kleine, aber für die Trainer zeitlich dennoch aufwendige Trainingsangebot. Passtraining steht unter anderem auf dem Programm. Die Viktoria-Spieler nehmen das Trainingsangebot gerne an, auch wenn es im Vergleich zum normalen Mannschaftstraining schon ungewohnt sei. „Ich freue mich schon während der Woche auf Samstag“, so Abwehrspieler Moritz Unterleider. Die Teilnahme ist freiwillig, es machen dennoch fast alle Spieler mit. „Die Spieler haben sich nunmal den Fußball ausgesucht, weil sie eben in der Gemeinschaft Sport treiben und nicht so gerne alleine Waldläufe machen wollen“, so Özen. Ein individuelles Fitnessprogramm gibt es aber natürlich noch zusätzlich, auch dort würden die Spieler gut mitmachen, ist der Trainer zufrieden.

Nach dem Saisonabbruch wird die Viktoria auch in der kommenden Saison in der Kreisoberliga Dieburg/Odenwald spielen. Im Sommer hatten die Urberacher ihre erste Mannschaft aus der Verbandsliga in die Kreisoberliga zurückgezogen. Alle Spieler des Verbandsligakaders verließen den Verein, die zweite Mannschaft, die mit fast ausnahmslos Eigengewächsen in der A-Liga spielte, wurde zur ersten Mannschaft. Nach einem starken 7:3 gegen die SG Klingen am ersten KOL-Spieltag gab es in den folgenden sieben Spielen nur noch vier Punkte. Die Viktoria belegte beim zweiten Lockdown im Oktober Rang 16 in der 18er-Liga. Sechs Punkte mehr wären durchaus möglich gewesen, so Kayhan Özen. Dass die KOL für das junge Team – der Großteil der Mannschaft ist Jahrgang 99 – eine anspruchsvolle Aufgabe wer den würde, war Kayhan Özen klar. Er ist sich dennoch relativ sicher, dass er mit seiner Mannschaft auch bei einer Fortsetzung der Saison den Klassenerhalt geschafft hätte. Auch in der kommenden Runde ist der Klassenerhalt das Ziel. Mittelfristig hofft Kayhan Özen, der bei der Viktoria neben der ersten und zweiten Mannschaft auch schon die B- und A-Junioren trainiert hat auf eine „gefestigte KOL-Mannschaft mit eigenen Jungs“. Vom Kurs, weiter auf Eigengewächse zu setzen, will man nicht abweichen. Zur neuen Saison kommen die vier A-Jugend-Spieler Julius Müller, Jan Schickedanz, Umut Can Öztürk und Clemens Gawliczek hoch in den Aktivenbereich. „Wir planen fest mit ihnen“, traut Kayhan Özen den Spielern durchaus zu, in der KOL Fuß zu fassen. Den Altersdurchschnitt der Mannschaft, die noch einiges Entwicklungspotenzial habe, hat der Viktoria-Trainer für die kommende Runde schon einmal ausgerechnet: 20,6 Jahre.

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